Fototour: Das Maarjamäe Memoriaal oder das Sowjetische Ehrenmal und der Deutsche Soldatenfriedhof in Tallinn – NIKON D700 mit AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3.5-5.6G ED VR

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In Estland ist wohl kaum eine Gedenkstätte so umstritten wie das Sowjetische Ehrenmal im Tallinner Stadtteil Maarjamäe. Hier – am Kalksteinhang Maarjamägi in unmittelbarer Nähe zur Ostsee – befindet sich die Gedenkstätte “Für die Kämpfer der Sowjetmacht”. An diesem Ehrenmahl scheiden sich in Estland die Geister. Die russichsstämmige Bevölkerung Estlands sieht die Rote Armee als Befreier Estlands von den nationalsozialistischen deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg. Ein Großteil der Esten empfindet den Einmarsch der sowjetischen Truppen als willkürlichen Akt der Besatzung ihres Landes. Tausende freiwillige Esten kämpften im Zweiten Weltkrieg schließlich auf deutscher und finnischer Seite. Es gab aber auch Esten, die ihren Dienst auf Seiten der Roten Armee antraten.

Das Sowjetische Ehrenmal in Tallinn

Mit dem Bau des Sowjetischen Ehrenmals wurde in den 1950er Jahren begonnen. Das Zentrum bildet ein 35 Meter hoher Obelisk aus Dolomit, der 1960 vom estnischen Architekten Mart Port1 errichtet wurde. Dieser Obelisk hat allerdings keinen Bezug zum Zweiten Weltkrieg sondern erinnert an die Evakuierung der Baltischen Flotte nach Kronstadt – den Eismarsch der Baltischen Flotte – im Jahre 1918. Erst zwischen 1959 und 1975 wurden die Böschungen und das Tor mit der gusseisernen Skulptur sowie die Pylone mit den Händen errichtet. Zu Zeiten der Sowjetunion brannte oberhalb der Pylone eine “Ewige Flamme”. Alle weiteren Planungen bezüglich des weiteren Ausbaus dieses Ehrenmahles wurden mit der “Singenden Revolution” und der zunehmenden Orientierung der Esten in Richtung Nordwesteuropa endgültig eingestellt. Das Sowjetische Ehrenmahl war heute Vormittag der einsamste Platz in der Großstadt Tallinn.

Die Deutsche Kriegsgräberstätte in Tallinn

Seit 1998 befindet sich unmittelbar östlich vom Sowjetischen Ehrenmal auf dem gleichen Plateau ein Deutscher Soldatenfriedhof. Er wurde wie viele Soldatenfriedhöfe in den ehemals sowjetisch annektierten Gebieten durch durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingerichtet. Hier ruhen die Gebeine von mehr als 2.000 gefallenen deutschen Landsern in Massengräbern, die durch 25 Kreuzgruppen aus Naturstein kenntlich gemacht sind.

Die Fotos vom Sowjetischen Ehrenmal und dem Deutschen Soldatenfriedhof

Leider war auch heute wegen des andauernden Schneefalls kein ideales Fotowetter, aber das kann ich mir während meines zeitlich beschränkten Aufenthaltes in Tallinn ja nicht aussuchen. Es ist für mich immer wieder unglaublich, wie robust die NIKON D700 ist und sie Nässe wegsteckt. Da sich bei dem starken Schneefall ein Wechsel des Objektivs von selbst verboten hat, habe ich ausschließlich mein Allround-Zoom-Objektiv AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3.5-5.6G ED VR montiert und auch kein weiteres Objektiv mitgenommen. Die Fotos habe ich wegen des wetterbedingt geringen Kontrastes mit DxO FilmPack Expert crossentwickelt.

Alle Fotos auf dieser Seite © 2013 by Birk Karsten Ecke mit
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Bilder: Das Maarjamäe Memoriaal in Tallinn.
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  1. Mart Port hat die Architektur Tallinns während der Zeit Estlands als zwangseingegliederter Staat der Sowjetunion geprägt wie niemand sonst. Er war Hauptverantwortlicher für den Aufbau der der neuen Wohnstädte in Tallinn, Tartu und Vijandi. In Tallin erinnern an Mart Port die Stadteile Stadtteile Mustamäe und das gigantische Plattenbauviertel Lasnamäe. Von ihm stammt auch das SOPHOS HOTEL VIRU am südöstliche Rand der Altstadt von Tallinn. Mart Port diente während des Zweiten Weltkrieges auf Seiten der sowjetischen Roten Armee. []
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